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STORY STATT FEED

STORY STATT FEED- EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT DES SOCIAL SHARING

Es ist zu beobachten, dass sich die Art wie man Inhalte auf Social Media teilt in den letzten Jahren grundlegend verändert hat und sich auch stetig weiterentwickelt. Seitdem Facebook 2006 den Algorithmus-basierten Feed eingeführt hat, haben die meisten anderen großen Social Media Plattformen dieses System adaptiert. Der News Feed war viele Jahre die Art, Content mit seinen Freunden zu teilen. Doch spätestens seitdem Snapchat immer mehr an Popularität gewonnen hat, ist ein Wandel in der Art wie Menschen Inhalte in sozialen Netzwerken teilen zu beobachten. Besonders die jüngsten User von sozialen Netzwerken, greifen verstärkt auf Plattformen wie Snapchat zurück, weil diese eine andere Art zu kommunizieren mit sich bringen. Hier steht der private Messaging Charakter und das Story Format im Vordergrund. Das Potenzial des Story Formats wurde von Facebook frühzeitig erkannt und für seinen eigenen Plattformen adaptiert – mit großem Erfolg. Mittlerweile nutzen über 400 Millionen User Instagram Stories täglich, Snapchat im Vergleich dazu nur knapp 190 Millionen weltweit.

Auch Facebook Gründer Mark Zuckerberg geht davon aus, dass Stories reguläre News Feed Inhalte überholen und als dominierendes Social Content Format ablösen werden. Dies lässt sich auch sehr gut auf den Plattformen selbst beobachten. Immer mehr Content Creator, Publisher und Unternehmen nutzen das Story Format. Im Detail hat er folgendes gesagt:

Zuckerberg sieht zudem in den Stories auch das beste Format um persönliche Inhalte zu teilen. Die verstärkte Nutzung von Stories verändert außerdem die Art, wie wir Social Media benutzen und ist bei Facebook in Zukunft ein Thema von großer Relevanz. So wird Facebook weiter verstärkt Werbung für Stories entwickeln, um Unternehmen die Möglichkeit zu geben, neue Menschen über Stories zu erreichen.

Auch eine aktuelle Studie von Buffer und Buzzsumo kommt zu dem gleichen Schluss wie Zuckerberg. In der Studie wurden 43 Millionen Facebook Beiträge analysiert und ermittelt, wie sich das Engagement bei den unterschiedlichen Beitragsarten entwickelt. Des Weiteren wurde auch die Posting-Frequenz unterschiedlicher Facebook Seiten untersucht. Dabei wurde beobachtet, dass sich die Frequenz des Postens in den letzten Jahren stetig erhöht hat.
Woran lag das? Viele Unternehmen und Marken gingen fälschlicherweise davon aus, dass eine höhere Posting-Frequenz in direktem Zusammenhang mit einer besseren Markenwahrnehmung und höherem Engagement steht.

Durchschnittlich veröffentlichen die größten Facebook Seiten über viermal täglich neue Beiträge im Story Feed, in der Hoffnung höhere Engagementraten und eine größere Reichweite zu erzielen. Jedoch zeigte die Studie genau das Gegenteil. Eine höhere Postingfrequenz führt nicht zwangsläufig zu einer größeren Reichweite, oder zu einer gesteigerten Interaktionsrate.

Beide Statistiken bestätigen vor allem eines: Quantität schlägt niemals Qualität.

Was viele Unternehmen nicht realisieren: Der Platz im Feed ist begrenzt.

Nicht jedes Unternehmen findet Platz im News Feed seiner User und je seltener ein User mit dem Content interagiert, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit weiterhin im News Feed dieses Users aufzutauchen.

Dieses große Problem hat das Story Format, zumindest aktuell, (noch) nicht. Während beim Feed der Platz der limitierende Faktor ist, ist der limitierende Faktor bei Stories lediglich die Zeit der User, welche sich die Stories anschauen.

Gerade auf Instagram funktioniert das Story-Format hervorragend und zieht neue Unternehmen in den Bereich. In Kombination mit dem Instagram Feed und den Push-Benachrichtigungen verfügt Instagram über verschiedenste Werkzeuge, um die Aufmerksamkeit seiner User auf die Stories zu lenken. Außerdem führt die prominente Platzierung der Story Bar auf der Startseite dazu, dass die Aufmerksamkeit der Nutzer immer wieder darauf gelenkt wird. Durch die zeitlich Begrenzung der Stories auf 24 Stunden, ermöglicht das Format besonders authentische Eindrücke. Hier steht die Qualität der Posting nicht zwangsläufig im Vordergrund, sondern viel mehr die generelle Relevanz für die Follower und vor allem die Aktualität der Postings. Dies ist ein weiterer Grund für den Erfolg des Story Formats. Durch die aktuell noch geringe, aber stetig wachsende, Konkurrenz ist es möglich eine sehr hohe Reichweite mit vergleichsweise wenig Aufwand zu erhalten. Dies macht das Format besonders für Unternehmen interessant.

Weiterhin ist das Story Format auch speziell für mobile Formate ausgerichtet, auf denen Social Media vorwiegend konsumiert wird. Anders als beim Feed, bei dem mehrere Beiträge unterschiedlichster Creator gleichzeitig zu sehen sein können, beschränkt sich die Aufmerksamkeit der Nutzer bei Stories ausschließlich auf den EINEN ihnen vorliegenden Content.

Grund: Eine Story nimmt den gesamten Bildschirm des Mobilgeräts ein.

Zudem sind Stories eine andere Art zu kommunizieren, da sobald auf diese regiert wird, sich man sofort in einem privaten Chat mit dem Creator wiederfindet. Es ist also viel mehr ein One-to-One Format, was dem aktuellen Trend hin zum private Messaging abermals aufzeigt.

Die Veränderung des Social Sharing, weg vom Feed hin zu Stories, wird auch grundlegend die Art der Interaktionen verändern. Likes und Herzen werden durch andere Formen des Engagements und Dialogs ersetzt.
Genau das stellt auch für Marken und Unternehmen den Bereich mit dem meisten Potenzial bei Stories dar. Zu oft werden Inhalte in Stories präsentiert, ohne dabei darauf zu achten, einen Dialog oder eine Interaktionen zu erzeugen. Doch durch Sticker und diverse andere Features, die Instagram stetig weiterentwickelt, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten die eigene Story kreativ und ansprechend zu gestalten. Eine kleine Aufforderung zum Swipe up, ist gewiss nicht ausreichend.

Instagram Direct und Rections ermöglichen natürlich auch weiterhin das Liken und Herzen verteilen und ein verstärkter Story Einsatz bedeutet keinesfalls ein Aussterben des Feeds. Nur werden wir in Zukunft verstärkt Reaktionen auf Umfragen, Interaktionen mit dem Emoji-Slider, auf Fragen innerhalb der Stories, Nutzerantworten innerhalb der Stories und Instagram Direct Nachrichten vermerken. Im Vergleich zum simplen Liken erfordern all diese Interaktionen im Story Format ein viel höheres Level an Envolvement.

 

In Zukunft wird das Story Format immer stärker in den Fokus der Unternehmen und Marken rücken. Durch die steigende Konkurrenz, Professionalisierung und der Menge an Angebot, wird jedoch zwangläufig ein ähnlicher Effekt wie beim klassischen News Feed zu beobachten sein.

Wie können Unternehmen dieses Format nutzen?

Besonders für Brand Awareness Kampagnen eignet sich das Format ausgesprochen gut, da man eine extrem gute Reichweite hat. Im Vergleich zum Feed ist das Schalten von Ads in Stories um einiges günstiger und kann deshalb besonders für Kampagnen, die auf Reichweite ausgerichtet sind, genutzt werden.
Ein weiterer Vorteil für Unternehmen, stellt die Möglichkeit dar, innerhalb von Stories auf externe Seiten zu verlinken. Auf Instagram ist es normalerweise nur möglich einen Link innerhalb seiner Bio zu platzieren. An anderen Stellen auf der gesamten Plattform ist ein Platzieren von externen Links nicht möglich – außer bei Stories. Ab einer Mindestgröße von 10.000 Followern, kann jeder Account die „Swipe Up“ Funktion nutzen und auf Webseiten außerhalb der App verlinken.
In diesem Zuge ist außerdem die Shopping Funktion innerhalb von Stories sehr interessant. Unternehmen können Produkte präsentieren und diese gleich zum Kauf verlinken.
Insgesamt bietet das Story Format Unternehmen eine sehr gute Möglichkeit einen Einblick hinter die Kulissen zu geben. Durch die Dynamik, Belebtheit und Authentizität des Formats können sie sehr gut ihre Kreativität zeigen und das Unternehmen insgesamt nahbarer und weniger abstrakt darstellen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

In Zukunft wird es immer wichtiger werden seine Social Media und Marketingstrategie speziell auf Stories abzustimmen. Marken und Unternehmen müssen unterscheiden wofür sie den Feed und wofür sie Stories einsetzen können. Genauso müssen sie dann auch zwischen den unterschiedlichen Anzeige-Formaten differenzieren. So könnte der Feed beispielsweise für Performance Ziele eingesetzt werden und die Stories ausschließlich für das Branding und Brand Awareness.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Story-Format in Zukunft eine enorme Rolle auf Social Media einnehmen wird und in einer ganzheitlichen Social Media Marketing Strategie bereits jetzt nicht mehr wegzudenken ist.

 

 

Autor: Richard Henemann

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