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INSTAGRAM REELS: SO FUNKTIONIERT DAS NEUE VIDEOFORMAT

Wie ihr höchstwahrscheinlich schon mitbekommen habt, hat Instagram eine neue Videofunktion “Instagram Reels”, die sie sich wieder bei einem Konkurrenten abgeschaut hat. Das neue Tool weicht nicht stark von der App TikTok ab. Wo ihr die neue Funktion in der Instagram-App findet und es anwendet, erfahrt ihr hier 👇  

Nachdem Instagram sich erfolgreich Snapchats Story-Funktion abgeschaut und implementiert hat, wurde es Zeit die Reels für die User bereitzustellen. Mit Reels könnt ihr lustige Kurzvideos erstellen und mit euren Followern teilen. Bei der Erstellung ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt dazu noch einen Explore-Bereich, in der die Reels auch prominent beworben werden.  

Beachtet, dass die neue Funktion für euch Chancen und Risiken birgt. Testet also zunächst und schaut, was für euer Unternehmen und euere Social Media Strategie am besten funktioniert und wie das Tool zum Erreichen euerer Ziele eingesetzt werden kann. 

INSTAGRAM REELS ERSTELLEN, ANPASSEN UND TEILEN 

Vorweg sei gesagt, dass Reels nur im Hochformat erstellbar sind und eine Höchstdauer von 15 Sekunden haben. Diese 15 Sekunden können mit einem einzigen oder mehreren unterschiedlichen Videoausschnitten gefüllt werden. 

In diesen einfachen Schritten könnt ihr ein Reels – ja, Instagram nennt die Funktion auch im Singular so – erstellen und teilen:  

 

1. REELS ÖFFNEN:

Öffnet oben links die Instagram-Kamera, so als würdet ihr eine Story erstellen wollen. Im unteren Bereich findet ihr dann die Option Reels und könnt sie antippen

Instagram Reels Editing tools

 

2. EFFEKTE AUSWÄHLEN:

Links am Displayrand findet ihr zusätzliche Buttons, die wir euch erklären: 

    • Für die Musik-Auswahl könnt ihr in der Instagram-Musikbibliothek nach einem passenden Lied suchen. Den Originalton von der Aufnahme könnt ihr natürlich auch verwenden, beachtet dieses Feature aber auch bei verschiedenen Tempo-Aufnahmen, da die Töne dann verzerrt werden. Die Tonspur von eurer Aufnahme wird euch dann auch zugeschrieben und sobald ihr ein öffentliches Konto habt, können auch andere Nutzer eure Tonspur verwenden. 
    • Die AR-Effekte stammen nicht nur von Instagram selbst, sondern auch von den Creators aus der ganzen Welt. So könnt ihr bereits gespeicherte Filter, die ihr vielleicht schon für eure Stories verwendet habt auswählen.
    • Mit dem Timer und Countdown könnt ihr eure Clips aufnehmen, ohne dass jemand für das Drücken des Aufnahme-Buttons das Handy in der Hand haben muss. 
    • Über den Tempo-Button könnt ihr eure Aufnahme beschleunigen oder verlangsamen. Wendet ihr es nur bei verschiedenen Videoausschnitten an, kann das Tempo im gesamten Reels dann variieren. Ein sehr cooles Tool, denn selbst wenn ihr das Tempo schneller gestaltet, werden Reels und ausgewählte Musik aufeinander abgestimmt. Packt dazu gerne eure Dancemoves aus.
    • Das Ausrichten macht es euch möglich, die Kamera und euch passend zu positionieren. Das ist ein wichtiges Tool, wenn ihr mehrere Clips aufnehmt und zusammenbringen wollt. So können schöne Übergänge gelingen und verschiedene Effekte erlangt werden. Zum Beispiel könnt ihr wie von Zauberhand eure Umgebung wechseln oder etwas an euch selbst abändern. Vielleicht wechselt ihr euer Outfit? Lasst euch nicht verwirren, der Button erscheint erst, wenn ihr schon ein Video gedreht habt und einen Schritt weiter seid.

 

3. REELS TEILEN:

Ist euer Reels fertig? Indem ihr auf den Teilen-Button unten rechts tippt, könnt ihr euer Werk euren Followern zeigen. Ihr könnt dort euren Entwurf auch speichern, das Coverbild ändern, eure Freunde markieren und eine Bildunterschrift samt relevanten Hashtags hinzufügen. Ihr bekommt in eurem Profil dann automatisch einen separaten Reels-Tab, wie bei IGTV. Ihr könnt das Kurzvideo auch nur in eurer Story oder als Direktnachricht teilen, ohne es zu posten. Dann verhält es sich wie eine Story und verschwindet nach 24 Stunden. 

      • Bei einem öffentlichen Konto könnt ihr das Reels in Explore teilen und so eure Reichweite steigern. Genauso könnt ihr das Reels auch separat in eurem Feed posten und mit euren Followern teilen. Euer Kurzvideo kann durch hinzugefügte Hashtags dann auch auf bestimmten Themenseiten erscheinen. So verhält es sich auch mit bestimmten Songs und Effekten. Überlegt euch deshalb, wie ihr euch präsentieren wollt und mit was ihr auf der Plattform in Verbindung gebracht werden wollt. 
      • Bei einem privaten Konto wirken sich die Privatsphäre-Einstellung natürlich auf die Reichweite eurer Reels aus. Euren Originalton kann dann auch kein anderer User verwenden oder teilen. Nur eure Abonnenten können dann euer Kurzvideo sehen. 

IG Reels Tab

 

Ihr braucht das Video nicht direkt über Instagram aufzunehmen. Alternativ könnt ihr auch Aufnahmen aus eurer Galerie in der App hochladen und mit den neuen Funktionen schmücken. 

 

INSTAGRAM REELS VS. TIKTOK – WER HAT AM ENDE DIE NASE VORN?

Die Frage, die sich einige wahrscheinlich stellen ist: Wird diese Funktion TikTok ernsthafte Konkurrenz machen? Wir meinen: wahrscheinlich ja. Wie man an den zahlreichen Videos auf der Plattform sehen kann, funktioniert das neue Feature auf Instagram praktisch genauso gut wie das auf TikTok und wird auch gerne von seinen Usern angewendet. Weiter kann man aus der Vergangenheit den Rückschluss ziehen, dass die von Snapchat kopierte Story-Version die Nutzerzahl von Instagram Stories rasant angestiegen ist und dies wieder der Fall sein wird.

Die mit Stories erwirtschafteten Werbeumsätze sind genauso explodiert. Instagram hat Snapchat vor allem aber auch mit einem Vorteil überholt: die Reichweite. User können durch die Discovery-Möglichkeit auch Stories von Usern sehen, mit denen sie nicht persönlich verbunden sind. Snapchat wollte seinen Werten des privaten und sicheren Messenger treu bleiben und musste dafür den Schaden auf sich nehmen. 

Für die Influencer auf Instagram ist die Story-Funktion perfekt, um organische Reichweite zu generieren, nicht zuletzt, weil die Stories direkt oberhalb des Feeds angezeigt werden und somit als erstes sichtbar sind. Noch dazu lässt eine Betitelung und eine Thematisierung dieser zu, dem User in dem Bilderlabyrinth schnell das zu geben, wonach er sucht und was ihn interessiert. 

Instagram überholte Snapchat Dank der Integration der Story-Funktion

Wird also Instagram TikTok vom Podest der Reels stoßen? Man muss beachten, dass sich die beiden Plattformen in einem deutlich unterscheiden: während Instagram nach wie vor eine “community-zentrierte” Plattform ist, ist TikTok in erster Linie “content-zentriert”. Instagram spielt abseits von der Explore-Funktion den Usern nur Reels von denjenigen aus, denen sie auch folgen. Bei TikTok wird den Usern auf Basis ihres Nutzerverhaltens Videoclips von anderen Usern vorgeschlagen. Hier ist es nicht wichtig, ob man dem Content Creator des vorgeschlagenen Videos folgt.  

TikTok gleicht in diesem Fall Pinterest: dem User wird auf Basis seines Verhaltens auf der Plattform vorgeschlagen, was ihm noch gefallen könnte. Zwar kann man auf TikTok auch anderen Usern folgen, dies steht aber nicht im Vordergrund und somit müssen sich die Influencer dort für die Reichweite immer wieder ins Zeug legen. Dieser Aspekt könnte neben der allgemeinen Situation von TikTok in den USA Instagram in die Hände spielen. Was die Reichweite angeht ist Instagram verlässlicher. Hat man als User einmal seine Follower generiert und gewonnen, kann man sie immer wieder erreichen. Zudem ist es für Influencer nun einfacher im Explore-Bereich zu landen. Vorher war das etwas wie die Wall of Fame und für viele nur ein Traum. So will Instagram die Influencer motivieren mehr Content zu produzieren – mit Reels 

Auch wenn in der letzten Zeit viele Instagram-Influencer einen TikTok-Account eingerichtet haben oder auch Influencer von TikTok keinen Instagram-Account besitzen und sich neue kreative Videos wie Tutorials überlegen, können nur die nächsten Wochen zeigen, wie sich das Ganze entwickelt und ob Instagram wieder einmal die Nase vorn hat. 

Instagram sagt zunächst: “Reels bietet dir neue Möglichkeiten, dich auszudrücken, auf Instagram Dinge zu entdecken, die dir gefallen und alle zu unterstützen, die gerne als Creator im Rampenlicht stehen möchten.” 

Also lasst euch von bestehenden Videos inspirieren und probiert euch aus. Und vergisst das wichtigste nicht: habt Spaß dabei! 

Titelbild Quelle: Fernandespedro

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